Donnerstag, 30. Juni 2011

29.6.2011 – Zweiter Tag in Bergen

Als wir am Morgen durch Opergesang geweckt wurden und sahen, dass das Wetter noch schlechter als am Tag vorher war, war die Stimmung nicht rosig. Man soll sich jedoch nicht vom Wetter beeinflussen lassen, also suchten wir eine Attraktion mit Dach. Wir fanden sie im „Vilvite“, einem Museum in der Art des Technoramas in Winterthur.  Dabei sahen wir einen 3D-Film, flogen ein Space Shuttle und fuhren in einem Zentrifugalfahrrad einen Looping! Wir hatten unseren Spass. Als wir genug gelernt hatten, fuhren wir mit dem Tram zurück in die Innenstadt und schlenderten zum Hafen. Beim Fischmarkt sahen wir alle zum ersten Mal Walfleisch. Wir waren überrascht wie dunkelrot es ist. Nicht vergleichbar mit bereits Gesehenem. Neben Walfleisch führten sie auch diverse andere Fische, Garnelen in allen Grössen riesige Krabben. Da wir jedoch in kürzester Zeit klitschnass waren, entschieden wir uns, wieder zurück zum Hostel zu gehen. Dort lernten wir eine deutsche Schulklasse kennen, die am Tag vorher eingecheckt hatte. Wir verbrachten einen amüsanten Abend mit Tee und Uno.






28.6.2011 – Bergen

Nach einem sehr unruhigen Schlaf kamen wir um 6:00 Uhr in der Früh in Oslo an. Wir hatten da jedoch nicht viel Zeit, es ging direkt weiter nach Bergen. Da im Bahnhof von Oslo momentan gebaut wird, mussten wir zuerst mit dem Bus nach Hönefoss um dort in den Zug umzusteigen. Leider musste Moreno bemerken, dass der Kaffee dort ein Fehlkauf war. Wutentbrannt warf er ihn auf das Gleis. Die lange Zugfahrt war sehr eindrücklich, fuhren wir doch (wie immer in Skandinavien) durch wunderschöne Landschaften. Sogar ein Gletscher bekamen wir zu Gesicht! Leider regnete es sehr stark, als wir den Zug in Bergen verliessen. Darum gingen wir sofort ins Hostel, um dort wieder einmal eine Wäsche zu machen. Wir verbrachten den Abend gratis Tee trinkend und gratis Guetzli schnabulierend.







Dienstag, 28. Juni 2011

27.6.2011 – Zurück nach Norwegen

Das Ziel war Trondheim. Doch es kam ganz anders! Als wir in Östersund in den Zug nach Trondheim eingestiegen waren, genossen wir die Landschaft. Eine hübsche und sehr hilfsbereite Schaffnerin machte uns jedoch aufmerksam, dass wir anstatt in den Westen Richtung Polarkreis unterwegs waren. Stiegen wir doch tatsächlich in den falschen Zug ein! No Problem, wir sind es uns gewöhnt uns wie ein Chamäleon anzupassen. Zusammen suchten wir eine Umsteigemöglichkeit. Dies hatte zu Folge, dass er Zug extra wegen uns drei Idioten halten musste. Damit die anderen Leute auch informiert waren, wieso der Zug hielt, wurden wir in der Zugdurchsage erwähnt. Die meisten Leute fanden das sehr amüsant. Wir auch. Den Zug gewechselt fuhren wir zurück und brachten es doch tatsächlich fertig, im zweiten Anlauf in den richtigen Zug einzusteigen. Aus dem Tag in Trondheim wurde nichts, wir verbrachten ihn im Zug und kamen erst um 20:00 da an. Auf der Reise dahin durchfuhren wir wiederum malerische Landschaften sowie sahen wir die prestigeträchtige WM-Abfahrtsstrecke von Are. Erst in Trondheim merkten wir, dass dieses kleine Missgeschick zur Folge hatte, dass wir keine Reservation für den Nachtzug nach Oslo besassen. Zum zweiten Mal an diesem Tag standen wir ziemlich doof da. Glücklicherweise hatte auch die Norwegische Bahn an diesem Tag ihre Probleme und hängte einen Wagen zu wenig an den Nachtzug. Daher fuhr ein Ersatznachtcar nach Oslo. Da noch freie Plätze vorhanden waren und der Schaffner Mitleid mit uns hatte (Danke!), durften wir ohne Reservation und somit gratis mitfahren.







Montag, 27. Juni 2011

25. & 26. 6.2011 – Weitere Tage in Östersund

Da wir an diesen beiden Tagen nicht viel unternahmen und uns in erster Linie von den Strapazen im Norden ausruhten, fassen wir die beiden Tage zusammen. Am Samstag wurden wir durch den krähenden Hahn um 13:00 Uhr geweckt. Wir gingen nochmals ins Jamtli, um dort einer Führung beizuwohnen. Da sie sehr innovativ und nicht trocken war, hatten wir für gut anderthalb Stunden unseren Spass und lernten nochmals einiges. Da uns die Führerin Lust auf Fischstäbchen machte, gingen wir kurz danach in den Supermarkt um unser Nachtessen zu kaufen: Fischstäbchen, Salzkartoffeln und Rahmspinat. Mjam! Den Abend verbrachten wir mit Filme gucken und in den Ausgang gehen. Wiederum nach längerem Schlafen verbrachten wir den Tag am See. Die Zeit verging mit dem Versuch Moreno’s zu fischen, wobei er Marius beinahe ein Lippenpiercing verpasste und Oben-Ohne-Sessions. Am Abend gingen wir früh zu Bett, da wir am Montag früh aufstehen mussten.






Samstag, 25. Juni 2011

24.5.2011 - Östersund

In Östersund stiegen wir aus dem Nachtzug aus. Der See und das Städtchen sahen schön aus und wit wollten in ein richtiges Bett! Gleich die erste Jugendherberge hatte Platz für uns, wir konnten das Zimmer bereits morgens um 8:00 beziehen. Dies ist sehr speziell, normalerweise kann man erst etwa um 16:00 einchecken. Wir danken dem Team, den so hatten wir die Möglichkeit ein bisschen nachzuschlafen. Als wir um 12:00 alle mehr oder weniger im gleichen Moment aufwachten (Fragt nicht wieso!), machten wir uns auf, im Touristenbüro Tipps zu holen. Dort wurde uns vorgeschlagen, ins Jamtli zu gehen. Dies entspricht in etwa dem Schweizerischen Ballenberg. Ein Freilichtmuseum mit Schauspielern, die das bäuerische Leben simulieren. Es war sehr interessant und wir lernten viel über das Leben im alten Skandinavien. Zudem feierten die Einheimischen noch "Midsommar", welches sie mit Volksliedern und Tanz zum Ausdruck brachten. Nachdem wir uns unter den Anleitungen unseres Italos Moreno Spaghetti kochten, gingen wir in Richtung Nattklubb. Dort lernten wir interessante, betrunkene, abzockende und hübsche junge Leute kennen. Die Gruppe, mit der wir die meiste Zeit verbrachten, luden uns noch zu ihnen nach Hause zur Afterparty ein. Es war grandios und wir hatten ausgemacht, uns am folgenden Tag erneut zu treffen! Langsam aber sicher gekennzeichnet vom langen Abend gingen wir um 6 Uhr in der Früh zurück ins Hostel. Natürlich bei hellstem Tageslicht!






23.6.2011 - Lofoten, Narvik

Morgens um 4:00 mussten wir bereits aufstehen. Wieder auf dem Festland mussten wir leider feststellen, dass es noch immer in Strömen regnete. Da wir mit der Fähre weiter nördlich zu den Lofoten geschwommen sind, merkten wir auch, dass es noch ein bisschen kälter geworden war. Dummerweise mussten wir anderthalb Stunden auf unseren Bus warten. Da wir alle drei am ganze Leib zitterten, entschieden wir uns nach einer Weile, uns in der Wartetoilette des Hafens gemütlich zu machen. Es stank, dafür war es warm. Danach ging es mit dem Bus nach Narvik. Eine satte, sechsstündige Busfahrt durch die wundervolle Landschaft der Lofoten. Es war sehr eindrücklich, obwohl das Wetter viel besser hätte sein können. Wir wollen uns gar nicht vorstellen, wie es bei blauem Himmel aussehen könnte... Da wir während der Fahrt nach Narvik nun bereits zum wiederholten Mal in kürzester Zeit eine Absage unseres Hostels bekamen, nahmen wir in Narvik direkt den Zug Richtung Schweden. Mit dem Zug ging es durch die endlosen Ebenen von Lappland. Was "landscape watching" anging, kamen wir definitiv auf unsere Kosten! Nach einem Zwischenhalt in Boden und der Bekanntschaft von zwei St. Gallern konnten wir uns sogar noch mit der Sonne versöhnen. Zeigte sie sich uns doch in ihrer ganzen Pracht in der Nacht :)







Donnerstag, 23. Juni 2011

22.06.2011 – Ein Tag zum Vergessen

Am Morgen – es regnete immer noch – wachten wir um 10.48 auf. Geplant war 7.15 um das Morgenessen zu geniessen, welches in der Herberge angeboten wurde und wir notabene bezahlt hatten. Nach einer gemütlichen Dusche und einer hastigen „alles in den Rucksack stopf Aktion“ checkten wir um 11.15 mit 15-minütiger Verspätung aus. Da es den ganzen Tag regnete verbrachten wir den Tag einmal mehr im Warteraum des Bahnhofes. Wir wollten die Nachmittagsfähre nach A nehmen um dort in ein Hostel zu gehen. Doch es schien wie verhext zu sein. „Full Boat“ tönte es auf der anderen Seite der Leitung, als wir nach Plätzen in der Herberge fragten. So waren wir einmal mehr gestrandet und mussten umdisponieren. Daher gingen wir in die Wartehalle des Hafens und machten es uns bei Serien, Spielen und Bieren gemütlich. Die Nachtfähre kam dann mit einer Verspätung von 30 Minuten doch noch. Und so konnten wir unsere Reise ins Ungewisse, in diesem Fall Moskenes, um 01.15 fortsetzen. Auf dem Schiff schliefen wir sofort ein, da wir genau wussten, dass das Schiff um 05.00 den Zielhafen erreichen würde und wir wieder auf den Beinen sein mussten.






Mittwoch, 22. Juni 2011

21.6.2011 - Fahrt nach Bodö

Vom Nachtzug gerädert stiegen wir in Trondheim aus und durften für 40 Minuten frische Luft geniessen. Danach ging es für weitere zehn Stunden in den Zug nach Bodö. Kurz nach Trondheim hatte Marius das grosse Glück eine Elchkuh zu sehen, da Tim und Moreno jedoch schliefen, verpassten sie es. Als die beiden aufgewacht waren wurden sie natürlich neidisch - wir verbrachten den Rest der Reise damit, Elche zu suchen. Elche sahen wir leider keine mehr, nur eine Packung Alldays und tote Rentiere, in allen möglichen Stadien der Verwesung. Das Gefühl durch eine völlig unberührte Landschaft zu fahren ist sehr speziell. Die Fahrt wird uns ewig in Erinnerung bleiben! Der grösste Moment war wohl, als wir den Polarkreis überquerten. Wir waren definitiv im Norden angekommen! Leider zeigte sich das Wetter auch von seiner nordisch harten Seite. Es regnete in Strömen, alles grau, nichts mit Mitternachtssonne sehen. Grandios! Dazu kam, dass wir in der Jugendherberge abgewiesen wurde und auch sonst in der ganzen Stadt keinen vernünftigen Ort zum Übernachten fanden. Die Erleichterung war riesig, als um 22:00 das Telefon schellte und wir doch noch Platz fanden in der Herberge. Dank dem schlechten Wetter war ein Flug gestrichen wurde, Platz wurde logischerweise frei! In der Herberge eingerichtet, machten wir uns auf, in der Stadt etwas zu schnabulieren. Jeder fand was er suchte/wollte. Da es immer noch in Strömen regnete und wir feststellen mussten, dass es bereits 23:30 war (obwohl es in keiner Weise dunkel wurde als am Nachmittag), gingen wir zurück, um es uns im Bett bequem zu machen. Schlussendlich erlebten wir die Mitternachtssonne aus dem Zimmer heraus... Wir hoffen auf besseres Wetter in den nächsten Tagen!






um Mitternacht!

Dienstag, 21. Juni 2011

20.6.2011 – Oslo

Aufgestanden, mussten wir uns wieder einmal um unsere Wäsche kümmern. In weiser Voraussicht hatten wir auch ein Hostel mit Waschsalon gewählt. Beim Waschen lernten wir einen Studenten aus Narvik kennen. Auf die Frage, was sie in der langen Dunkelzeit im Winter tun, meinte er: Snowboarden! Tönt doch gut… Nachdem die Wäsche getrocknet war, lagerten wir unsere Rucksäcke im Hostel und gingen in die Innenstadt von Oslo. Zuerst reservierten wir den Nacht- & Tagzug von Oslo nach Bodö via Trondheim. Es gab kleinere Verständnisprobleme, jedoch führten die grossen Bemühungen der hübschen Bahnangestellten zum richtigen Resultat. Danach zog es uns zur Oper. Ein faszinierender Bau: Der Untergrund aus purem Marmor leuchtet in hellem weiss, ist steiler als man anfangs annimmt und geht direkt ins Meer über. Da jedoch ein Unwetter nahte, flüchteten wir in das Bahnhofsgebäude ins Restaurant mit dem lustigen Ronald. Da es aber schnell wieder schön wurde, ging es weiter zum Königspalast über die Hauptflaniermeile in Oslo. Der Palast ist sehr schlicht und einfach, nicht vergleichbar mit dem in England. Weiter ging unsere Wanderroute zum Vigeland-park. Die Skulpturen, die es darin hat, sind unglaublich realistisch geschaffen. Alle möglichen Bewegungsabläufe sind dabei dargestellt! Nachdem wir im Park ein bisschen „chillten“, ging es zurück ins Hostel. Die Rucksäcke angeschnallt, marschierten wir zum Bahnhof, um dem bemitleidenswerten Moreno mitteilen zu können, dass wir eine 18-stündige Zugfahrt vor uns haben. (Moreno kam bereits mit dem Zug nach Oslo, fährt nun also 48 Stunden am Stück Zug!). Mit dem Wissen, lange keine Dunkelheit mehr zu sehen, fuhren wir pünktlich um 23:05 in Richtung Licht davon. Kurz darauf fanden wir in einen unruhigen Nachtzugschlafsesselschlaf.